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17

Januar
2011

von MARTES NEW MEDIA

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Demografie und Erwachsenenbildung?

Der Demografischer Wandel in Deutschland beschreibt die aktuellen Tendenzen der Bevölkerungsentwicklung, und zwar die Veränderung der Zusammensetzung der Altersstruktur in der Bevölkerung, also die Zahl der jungen Menschen in unserem Land nimmt immer stärker ab, die Zahl der Älteren hingegen nimmt zu. Grund hierfür ist die sinkende Geburtenrate bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung des Einzelnen. Die Rate von Zuzügen durch Migration ist in den letzten zwei Jahrzehnten zwar ständig gefallen, aber weiterhin positiv. Wegen der 2011 bevorstehenden Freizügigkeit auf dem Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus den neu zur Europäischen Union hinzu getretenen Staaten wird ein jährlicher Wanderungssaldo in sechsstelliger Höhe erwartet. Die nach Deutschland zuziehenden ausländischen Personen sind im Durchschnitt jünger als die fortziehenden. Daraus ergibt sich für die in Deutschland verbleibende Bevölkerung ein »Verjüngungseffekt«, der aber die Alterung der Gesamtbevölkerung insgesamt nicht aufhebt.

Was wandelt sich mit Blick auf unsere Arbeitswelt? Das Arbeitskräftepotenzial wird auf lange Sicht erheblich kleiner, älter und zugleich »weiblicher« sowie kulturell diverser sein, da sich aktivierbare Personalreserven in erster Linie bei Frauen, Älteren und Personen mit Zuwanderungsgeschichte finden lassen. Allerdings hat eine Politik zur Ausschöpfung dieser Reserven ihre Grenzen. Modellrechnungen zeigen, dass der Prozess der Alterung und Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung durch wirtschafts- und gesellschaftspolitische Maßnahmen zwar in dem Ausmaß seiner Schärfe beeinflussbar, aber im Ganzen nicht mehr umkehrbar ist. In Verbindung mit dem Prozess der Globalisierung und der technologischen Entwicklung wird sich die Arbeitswelt sichtbar verändern:

  • Gespaltene Arbeitsmärkte: Während in einigen Branchen, Regionen und Berufen das Angebot die Nachfrage nach Arbeitskräften übersteigen wird und die Arbeitslosigkeit sogar noch steigt, wird in anderen Segmenten des Arbeitsmarkts intensiv nach Arbeitskräften gesucht. Hochqualifizierte Fachkräfte und Menschen mit unternehmerischem Potenzial werden auch in Zukunft auf eine starke Nachfrage stoßen, während ungelernte Kräfte es noch schwerer haben werden, eine Arbeit zu finden.
  • Internationale Arbeitsteilung: Auch wenn die Grenzen der nationalen Arbeitsmärkte nicht von heute auf morgen verschwinden, wird immer mehr Arbeit ortsunabhängig erledigt werden. Zunehmend müssen insbesondere Antworten auf die Fragen internationaler Arbeitsteilung gefunden werden.
  • Wissensgesellschaft/kreative Projektwirtschaft/flexibilisierte Erwerbsbiographien: Das produzierende Gewerbe verliert weiter zugunsten des Dienstleistungssektors an Bedeutung, wobei sich insbesondere die wissensbasierten Dienstleistungen ausbreiten. Damit werden in Zukunft noch mehr kreative und innovative »Wissensarbeiter« benötigt, die wiederum immer weniger in einem lebenslangen »Normalarbeitsverhältnis« stehen werden.

Welches sind die drängendsten Probleme für die Weiterbildung? Die genannten Entwicklungen verändern das Koordinatensystem, innerhalb dessen wir Antworten auf die Fragen geben, wer wann, wo und mit welcher Zielsetzung lernt bzw. sich weiter qualifiziert.

  • »Wer?«: Für Menschen im Erwachsenenalter wird es zur Selbstverständlichkeit werden müssen, weiter dazuzulernen. Die Zahl der Bildungsnachfragenden über 35 Jahre wird bis 2015 je nach Prognose fünf bis zwölf Millionen Menschen zunehmen. Mehr Menschen werden über einen wachsenden Zeitraum mehr lernen müssen – und auch aktiv lernen wollen.
  • »Wann und wo?«: Im Zuge der Schrumpfung sind praktikable Versorgungsstrategien mit Weiterbildung zu entwickeln. Dies kann auch ein verändertes Verständnis von Prinzipien wie etwa dem der »Grundversorgung« bedeuten und Weiterbildungseinrichtungen werden sich vergewissern müssen, ob sie für den Wandel gerüstet sind. Sie haben sich auf einem enger werdenden und oligopolistischen Markt die Teilnehmenden von morgen zu sichern, um »Weiterbildungsort« bleiben zu können.
  • »Wozu?«: Immer schon hatten Lernen und Weiterbildung auch die Aufgabe, den Einzelnen die notwendigen Qualifikationen für eine berufliche Tätigkeit zu vermitteln. Alterungsprozesse in der eigenen Belegschaft ebenso wie bei Kunden stellen Unternehmen vor große Herausforderungen. Kontinuierliche Weiterbildung ist für Unternehmen ein Schlüssel für den Erhalt ihrer Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Doch jenseits der betrieblichen Sphäre wird die Bildungsaktivität der Älteren für die gesamte Gesellschaft wichtig.

Im internationalen Vergleich belegt Deutschland bei der Messung von Weiterbildungsaktivitäten seiner Bürger nur einen Platz im Mittelfeld. Doch nicht isolierte, mehr oder minder stark subventionierte Einzelkampagnen werden der Weiterbildung den Durchbruch bringen. Notwendig ist vielmehr eine breit getragene Diskussion darüber, wie wir einer »Kultur des lebenslangen Lernens« den Weg ebnen können.